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Ausfuhrbestand

Ausfuhrbestand

Das Archiv des Bundesdenkmalamts bis 1945 verfügt über einen umfangreichen Bestand an Ausfuhrmaterialien, der ähnlich den Personenmappen, eine Quelle für Nachforschungen zu Entzug und zu seinerzeit erfolgten Restitutionen darstellt.

Zeitlicher Umfang: 1938 bis 1945. Der Ausfuhrbestand setzt sich zusammen aus:

  1. Ausfuhrformularen (index.aspx?ID=48&LID=1#formular) (sind fast vollständig erhalten)
  2. Ausfuhrakten (index.aspx?ID=48&LID=1#akten) (stark dezimiert)
  3. Ausfuhrdatenbank (index.aspx?ID=48&LID=1#datenbank)

Die Teilbestände 1 und 2 sind chronologisch geordnet. Der für die Provenienzforschung relevante Teil umfasst den Zeitraum von 1938 bis 1945 und besteht aus ca. 19 000 Dokumenten.
Ausfuhrakten  ab 1946 fallen in die Zuständigkeit des Archivs der Ausfuhrabteilung des Bundesdenkmalamts.

1. Ausfuhrformulare

1938       9952 Stk.
1939       6469 Stk.
1940       0755 Stk.
1941       0291 Stk.
1942       0146 Stk.
1943       0170 Stk.
1944       0136 Stk.
1945       0041 Stk.

2. Ausfuhrakten-, Sammlungen-, Verkäufe

1938/1
1938/2
1939
1940
1941
1942
1943, 1944, 1945
ca. 500 erhaltene Dokumente

Die eingeschränkte Ausfuhr von „Gegenständen von geschichtlicher, künstlerischer oder kultureller Bedeutung" geht in Österreich bereits auf  die  Jahre 1918 bzw. 1923 zurück, als das Ausfuhrverbotgesetz erlassen bzw. novelliert wurde. Damit sollte die Gefahr der Verschleppung bzw. Veräußerung von national wertvollem Kunst- und Kulturgut geregelt werden.  Rein theoretisch sollten durch die Ausfuhrverweigerung die Eigentumsrechte nicht verletzt werden. Das vorgesehene Beschwerderecht gegen einen ablehnenden Bescheid war bereits in den frühen 1930er Jahren aufgehoben worden. Von der Ausfuhr waren Werke noch lebender Künstler oder noch nicht 20 Jahre verstorbener ausgenommen. Künstler wie Klimt und Schiele (beide 1918 verstorben) finden in den Ausfuhrformularen kaum Notiz.

Das Ausfuhrverbotgesetz wurde in der NS - Herrschaft jedoch zu einem Instrumentarium des Kunstraubs, die verhängten Ausfuhrsperren zu einer  Vorstufe der Enteignung.

Findmittel:  Zettelkatalog 1938/1939. Alphabetisch geordnet.
Protokollbücher 1938-1942 bzw. 1945

3. Digitale Ausfuhrdatenbank
Die Datenbank enthält eine Auswahl des Ausfuhrbestandes. Die Ausfuhransuchen sind bis 1977 aufgenommen (Stand Dezember 2006).
Auswahlkriterien:  Ausfuhrsperren, Antragsteller; erfolgte Freigaben.
(Die Kunstobjekte werden in den Formularen in seltensten Fällen detailiert angeführt, meist sind sie pauschal als Ölbilder, Aquarelle, Mobiliar usw. bezeichnet).