Die Kommission für Provenienzforschung wurde im Februar 1998 beim damals für Kultur zuständigen Bundesministerium eingerichtet. Ihre Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, die österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen hinsichtlich Objekten zu erforschen, die als Folge von NS-verfolgungsbedingten Entziehungen in das Eigentum der Republik Österreich gelangten.

Die Kommission setzt sich zusammen aus der administrativen Leitung, der wissenschaftlichen Koordination, dem Büro der Kommission für Provenienzforschung sowie den einzelnen Provenienzforscherinnen und Provenienzforschern, die direkt in den Museen und Sammlungen des Bundes tätig sind. Diese untersuchen systematisch die Erwerbungen der Bundessammlungen ab dem Jahr 1933 bis in die Gegenwart. Hinweise von Betroffenen oder deren Familien werden dabei selbstverständlich aufgegriffen, sind jedoch nicht Voraussetzung, damit Recherchen aufgenommen werden.

Neben der Erstellung von fallbezogenen Dossiers, die mehrmals jährlich an den Kunstrückgabebeirat weitergeleitet werden, leisten die Mitglieder der Kommission auch wesentliche Beiträge zur Grundlagenforschung im Bereich der NS-bezogenen Provenienzforschung. Zahlreiche Projekte der Kommission wie beispielsweise das Online Lexikon der österreichischen Provenienzforschung tragen zum Sichtbarmachung der vielfältigen Forschungsergebnisse sowie zur Intensivierung des internationalen Austauschs für ForscherInnen, Interessierte und Betroffene bei.