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Mittagsgespräch

Mittwoch, 30. April 2014, 12.15 Uhr,
im Ahnensaal des Bundesdenkmalamts, Hofburg, Wien I, Eingang Säulenstiege

„Vorstellung des Forschungsprojekts,
Schloss Kleßheim als Gästehaus des Führers - ein Zwischenbericht“
Mag. Dr. Imma Walderdorff

Kommission für Provenienzforschung

Ziel des im Jahr 1998 in Österreich beschlossenen Kunstrückgabegesetzes (/index.aspx?ID=27&LID=1) und der Änderung des Bundesgesetzes (/index.aspx?ID=63&LID=1) über die Rückgabe von Kunstgegenständen 2009 ist es, Sammlungsgegenstände aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen, die im Zuge oder als Folge der NS-Gewaltherrschaft in das Eigentum des Bundes gelangt sind, an die ursprünglichen EigentümerInnen oder deren RechtsnachfolgerInnen zurückzugeben (Geschichte/Parlamentarisches Verfahren zur Änderung (http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_00238/index.shtml)).
Die Bestände der Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen werden daher durch die Kommission für Provenienzforschung systematisch und lückenlos überprüft.
MitarbeiterInnen der Kommission sind in den einzelnen Bundesmuseen und Sammlungen tätig, wo sie die Inventare, die Archivbestände und die Objekte auf Provenienzhinweise überprüfen. Mit Hilfe einschlägiger Datenbanken, Karteien und Akten aus öffentlichen Archiven ergänzt, werden die Ergebnisse der Forschung zu Dossiers zusammengefasst und dem Büro der Kommission übermittelt. Das Büro legt diese Dossiers dem gemäß § 3 Kunstrückgabegesetz beim Bundeskanzleramt (bis 28.2.2014 BMUKK) eingerichteten Beirat vor.
Der regelmäßig tagende Beirat überprüft die Dossiers und beurteilt den Sachverhalt nach Maßgabe des Kunstrückgabegesetzes. Er richtet seine Empfehlungen an die/den jeweils zuständige/n BundesministerIn, in dem Fall der Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und öffentlichen Dienst. Die Empfehlungen (/index.aspx?ID=24&LID=2) werden veröffentlicht.

Die Untersuchungen der Kommission erfolgen auf Grund des gesetzlichen Auftrags systematisch und ohne Antrag der Betroffenen. Dennoch steht das Büro der Kommission als Kontakt- und Auskunftsstelle sowie als Koordinationsstelle für Rückgaben anderer Gebietskörperschaften (Länder, Gemeinden (/index.aspx?ID=30&LID=2)) zur Verfügung.
Die Tätigkeit der Kommission und des Beirats wird in den jährlich, an den Nationalrat gerichteten, Restitutionsberichten dargestellt (Restitutionsberichte (/index.aspx?ID=26&LID=1) und BKA/Restitutionsberichte (http://www.kunstkultur.bka.gv.at/site/8001/default.aspx)).



Rezensionen

Die verkaufte Malkunst
Forscherkrimi. Die Dokumentation zur verweigerten Restitution des Gemäldes „Die Malkunst“ von Jan Vermeer liest sich spannend und spiegelt dramatische Zeiten der Sammlung Czernin.
(Salzburger Nachrichten, Ernst P. Strobl Wien, 2. April 2013)

Rezension (http://search.salzburg.com/news/artikel.html?uri=http%3A%2F%2Fsearch.salzburg.com%2Fnews%2Fresource%2Fsn%2Fnews%2Fsn0208_02.04.2013_41-46171103)


NEU!
Die verkaufte Malkunst
Jan Vermeers Gemälde im 20. Jahrhundert 
(Schriftenreihe der Kommission für Provenienz-
forschung, Band 4)
Herausgegeben von: Susanne Hehenberger und Monika Löscher 
2012, 339 S., zahlr. s/w- und farb. Abb., 24 x 17 cm, Gb.mit SU, EUR 39,–  

Die "Malkunst" von Jan Vermeer van Delft war viele Jahre Bestandteil der Czernin´schen Gemäldegalerie in Wien. Seit 1932 versuchte Jaromir Czernin-Morzin, Erbe des Familienfideikommisses, das Bild zu verkaufen. Verhandlungen mit dem Industriellen Philipp F. Reemtsma hatten Ende 1939 zu keinem Abschluss geführt. 1940 erwarb Adolf Hitler das Gemälde für 1,65 Millionen Reichsmark. Nach Kriegsende beantragte Jaromir Czernin-Morzin mehrmals die Rückstellung des seit Ende 1945 im Kunsthistorischen Museum in Wien verwahrten Bildes. Alle Anträge wurden abgewiesen. 2009 wurde neuerlich eine „Anregung der Rückgabe“ formuliert. 2011 empfahl der Kunstrückgabebeirat, das Bild nicht zu übereignen. Der Sammelband beleuchtet im ersten Teil die Vorgeschichte und Geschichte des Verkaufs, die familienhistorischen Hintergründe und die Rückforderungen nach 1945. Die Beiträge im zweiten Teil befassen sich mit den kunst- und kulturhistorischen sowie gesellschaftspolitischen Zusammenhängen.

Bestellen (http://www.boehlau-verlag.com/Schriftenreihe_der_Kommission_fuer_Provenienzforschung.htm)

Band 3

Kunst sammeln, Kunst handeln
Beiträge des Internationalen Symposiums in Wien
(Schriftenreihe der Kommission für Provenienz-
forschung, Band 3)
Herausgegeben von Eva Blimlinger und Monika Mayer
2012, 324 S., 30 s/w- und farb. Abb., Gb. mit SU, EUR 39,–

Es gilt inzwischen als Tatsache, dass der Kunsthandel tief in den nationalsozialistischen Kunst- und Kulturgutraub verstrickt gewesen ist – der wiederum als Teil der nationalsozialistischen Verfolgungs-, Vertreibungs- und schließlich Vernichtungspolitik betrachtet werden muss.
Kunst- und Antiquitätenhandlungen sowie Antiquariate in jüdischem Eigentum wurden arisiert, entzogen oder zwangsweise aufgelöst, Warenbestände veräußert und Sammlungen zerschlagen. Verfolgte Jüdinnen und Juden sahen sich gezwungen, privaten Kunstbesitz und Bibliotheken weit unter dem tatsächlichen Wert an Händler und Händlerinnen regelrecht zu verschleudern, um ihre Flucht oder diskriminierende Steuern bezahlen zu können. Der Kunsthandel zählte zu den großen Profiteuren dieser gewaltsamen rassistischen Umverteilungsmaßnahmen.
In den rund 30 Beiträgen von internationalen HistorikerInnen und KunsthistorikerInnen wird zum einen die Schlüsselrolle des Kunsthandels in diesem Prozess beleuchtet. Zum anderen werden die Voraussetzungen bzw. die Folgen dieser Entwicklungen bis hin zur Gegenwart analysiert. 

Bestellen (http://www.boehlau-verlag.com/Schriftenreihe_der_Kommission_fuer_Provenienzforschung.htm)


Symposium 2011

Die Kommission für Provenienzforschung lud am 23. März 2011 im Rahmen des Symposiums „Kunst sammeln – Kunst handeln“ zur feierlichen Eröffnung in den Audienzsaal des BMUKK. Nach der Begrüßung durch Sektionschef Dr. Michael P. Franz und der kurzen Einführung in die Thematik durch Mag. Eva Blimlinger (wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung) präsentierte Univ. Prof. Dr. Sebastian Schütze (Universität Wien) in seiner Eröffnungsrede einen Überblick über die Entwicklung des Kunsthandels ab dem 17. Jahrhundert. "Sammler, Agenten, Kunsthändler: Akteure des frühzeitlichen Kunstbetriebes und ihre Handlungsspielräume" lautete der Titel seines Vortrags. Zahlreiche Interessierte wohnten der Eröffnung bei. Das in den Räumlichkeiten des MAK- Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst veranstaltete Symposium (24.-25. März) zeichnete sich ebenfalls durch hohe Besucherzahlen aus.
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ExpertenInnen aus Deutschland, England, Holland, Israel, Polen, Schweiz, Slowakei, USA  und Österreich trafen zusammen um ihre Forschungsergebnisse zur Entwicklung des Kunsthandels seit den 1920er Jahren, aber vor allem dessen Rolle und Verstrickungen während der Zeit des Nationalsozialismus genauer zu beleuchten. Die Beiträge der Referentinnen und Referenten werden als Band 3 der Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung im Böhlau Verlag voraussichtlich vor Jahresende 2011 erscheinen. 
Das Programm, die Abstracts und die TeilnehmerInnenliste stehen hier zur Verfügung:

Im 2009 erschienenen Band Verantwortung wahrnehmen / Taking Responsibility. NS-Raubkunst - eine Herausforderung an Museen, Bibliotheken und Archive, herausgegeben von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Magdeburg 2009 nehmen der Vorsitzende des Kunstrückgabebeirates, Präsident Univ.Prof.Dr. Clemens Jabloner und die wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung, Mag. Eva Blimlinger zur Praxis der Kunstrückgabe in Österreich Stellung.